Herzlich Willkommen auf der Homepage der Blutfreitagsgemeinschaft Rötenbach - Geschichte
 

Home
Terminplan 2017
Geschichte
Vorstandschaft
Bildergalerie
Gästebuch
Counter
Kontakt

Die Geschichte der Blutreitergruppe Rötenbach

 

Alljährlich am Blutfreitag, dem Tag nach Christi Himmelfahrt, findet im Schussental die Prozession zu Ehren der 1094 durch eine Stiftung der welfischen Herzogin Judith von Flandern in Besitz des Weingartner Klosters gelangten Heilig-Blut-Reliquie statt. Bis 1906 ritten die Bauern aus der Rötenbacher Umgebung wohl einzeln nach Weingarten zum Blutfreitag. Ein geordneter Prozessionszug, wie wir ihn heute kennen, hat es damals noch nicht gegeben. Diesen Zustand nahmen in dieser Zeit auch die Rötenbacher Blutreiter zum Anlass, daran etwas zu ändern.

So fand sich in der Pfarrgemeinde St. Jakobus zu Rötenbach ab 1907 eine kleine Gruppe zur geordneten gemeinsamen Teilnahme am Blutritt zusammen (siehe auch Bild der Rötenbacher Reitergrupe von 1908).


 

Am 10.Mai 1925 wurde dann der Blutreiterverein Rötenbach gegründet. Erster Vorstand war H.H.Pf. Höhnlein, Gruppenführer Xaver Dietenberger und Schriftführer Gebhard Schüle. Insgesamt hatte der Verein damals 22 Mitglieder, von denen am Blutfreitag, 21.Mai bereits 20 Reiter ausgerückt sind. Die Aufzeichnungen heben hervor, dass Pfarrer Höhnlein der absolute Förderer der Blutreitersache in Rötenbach war.

Bis zum Jahr 1939 ritten die Rötenbacher jährlich beim Blutfreitag mit. Schon zwei Jahre zuvor schrieb damals der Blutreiter und Schriftführer Vinzenz Schwarz die mutigen Worte nieder: „Auch heuer anno 1937 wurde der Blutfreitag wieder festlich begangen so weit es möglich war. Es begann jetzt die glaubenslose Hitler-Zeit. Die Regierung ließ zum Schein noch den Blutfreitag abhalten, aber es war nur weil sie nicht anders konnten. Die Hitler-Regierung ließ ja die Geistlichen, die auf der Kanzel die Wahrheit sagten, die das Volk aufklärten, ins Gefängnis werfen und im Gefängnis schmachten. Klosterleute wurden vertrieben, die Klöster haben sie geraubt und ihnen weggenommen. So nach und nach wollten sie den Glauben an Christus ausrotten und der Hitler wollte gleichsam Gott werden.“

 

In die Zeit gleich nach dem Krieg reicht auch jene Geschichte: „Gleich nach dem Krieg wurde Josef Graf aus Bildechingen / Horb als kleiner Junge nach Rötenbach ausquartiert, da es auf dem Land sicherer war, als in den Städten.“ Aus Dankbarkeit, dass er den Krieg und die Zeit danach ohne Schaden überstand, ritt er jedes Jahr bei den Rötenbacher Blutreitern in Weingarten mit. Überdies haben etliche der älteren Blutreiter, die den Krieg überstanden haben, versprochen „in Weingarten mitzureiten, solange sie können.“

 

1953 stifteten die Blutreiter Karl Brauchle und Christian Hairbucher eine Fahne und eine Standarte, sowie die Reitergruppe selbst die zweite Standarte. Die Fahne zeigt den Pfarrpatron St. Jakobus und die Standarten zeigen die hl. Georg und Martin. Fahne und Standarten haben auf der zweiten Seite jeweils das Heilig- Blut-Reliquiar. Auch neue Schärpen in den Farben gelb-schwarz sind auf Wunsch der Reiter in diesem Jahr angeschafft worden. Am Ostersonntag, 06.April 1953 erhielten die neue Fahne und die neuen Standarten die kirchliche Weihe von H.H.Pf. Mayer.

 

Am Sonntag, 19. Mai 1957 feierte die Blutreitergruppe ihr 50-jähriges Bestehen. Die Feier begann mit einem Festgottesdienst mit Te Deum und einem anschließenden Totengedenken auf dem Friedhof. Abends war Gemeindefeier im Löwensaal, mitgestaltet von der Musikkapelle und vom Kirchenchor und einem anschließenden Filmvortrag über den Blutfreitag, vorgeführt vom H.H.Stadtpfarrer aus Weingarten.

 

Bei der Blutreiterversammlung am 16.April 1961, so kann der Chronikeintrag gedeutet werden, wurde die Möglichkeit zum Beitritt von passiven Mitgliedern beschlossen: „der Blutreiterverein hat insgesamt 44 Mitglieder, davon sind 23 Blutreiter“.

 

1965 wurde der Rötenbacher Gruppe beim Weingartner Blutfreitag ein neues Quartier zugeteilt. Es war die Familie Heiß in Zundelbach, bei der die Reiter bis heute bestens aufgehoben sind. Zuvor war man bei der Familie Gebhard in Nessenreben untergebracht.

 

Im Jahr 1967 findet sich folgender Chronikeintrag: „Es ist immer ein erhebendes Gefühl, an einer solch überwältigenden Treuekundgebung zum Hl. Blut teilnehmen zu dürfen. Es ist leider bedauerlich, dass es immer weniger Pferde werden und somit die aktive Reitergruppe immer kleiner wird.“

 

In den Jahren 1974 bis 1981 hat die Blutreitergruppe Rötenbach mit Reitern aus Zeil zusammengearbeitet. Gegenseitig unterstützte man sich bei der Teilnahme in Weingarten und auch beim Blutfreitag in Bad Wurzach, der jährlich am zweiten Freitag im Juli stattfindet. In Wurzach war man im Zeiler Reiterquartier bei der Familie Petretti in Wiesen zu Gast. Als dann nach 1981 die Verbindung zu den Reitern aus Zeil auseinander ging, konnte man dieses Quartier alleinig übernehmen.

 

1982 konnte man nach dem Blutfreitag in Weingarten auf eine 75-jährige Teilnahme zurückblicken. In diesem Jahr, so geht es weiter aus der Chronik hervor, konnte die seit langem geplante Anschaffung von 20 neuen Schabracken getätigt werden.


 

Am Sonntag, 17.Juli 1983, also ein Jahr nach dem eigentlichen Jubiläum, beging die Blutreiter-gruppe dann unter großer Beteiligung der Pfarrgemeinde ihr 75-jähriges Bestehen mit einem Festgottesdienst und an-schließender Fest-versammlung im Löwensaal. Die Standarten- und Fahnenabordnungen der benachbarten Gruppen haben zusammen mit unserer Musikkapelle maßgeblich zum eindrucks-vollen festlichen Rahmen beigetragen.

 

Am 14. Juli 1985 wurde der Verein in „Blutfreitagsgemeinschaft Rötenbach“ umbenannt. Diese fördert entsprechend ihrer Satzung die Blutritte in Weingarten sowie Bad Wurzach und nimmt neben aktiven Blutreitern auch passive Mitglieder auf. Die treibenden Kräfte für diese Gründung waren damals Alois Weiler, der auch zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde, und Eugen Hoch, der damalige Vorsitzende der Wolfegger Blutfreitagsgemeinschaft. Heute zählt die Rötenbacher Blutfreitagsgemeinschaft ungefähr 185 Mitglieder.

Das Jahr 1985 war für die Pfarrgemeinde Rötenbach ein bedeutendes Jubiläumsjahr, sie konnte das 200-jährige Bestehen feiern. Wenige Tage nach dem Namenstag unseres Kirchenpatrons St. Jakobus wurde am 28.Juli diese Feier mit Bischof Dr. Georg Moser festlich begangen. Die Blutreitergruppe war mit ihren Festreitern und blumengeschmückten Landauern für den bischöflichen Gast und die Ehrengäste mit dabei.

Die Blutreiterfahne wurde 1986 restauriert, und konnte am 20.April während des jährlich vor der Generalversammlung stattfindenden Gedenkgottesdienstes für die verstorbenen Mitglieder der Gemeinschaft von Pfarrer Bitterle wieder geweiht werden.

 

 

Gruppenbild aus dem Jahr 1991

 

 

Gruppe Rötenbach auf dem Öschweg 1994 mit Gastreitern aus Schlesien (Polen)

 

 

Am Sonntag, 27.April 1997 konnte die Blutreitergruppe das 90-jährige Bestehen, verbunden mit der Weihe einer zweiten Fahne, feiern. Auf der Vorderseite der Fahne ist der Hl. Josef, auf der Rückseite die Heilig- Blut-Reliquie abgebildet. Es waren wieder die Standartenabordnungen aus Weingarten, Wurzach und den umliegenden Ortschaften zusammen mit unserer Musikkapelle und dem Kirchenchor, die dieses Jubiläum festlich mitgestaltet haben. Die Feierlichkeiten nach dem Gottesdienst fanden wieder im Löwensaal statt.

 

2002 war es dann an der Zeit, die beiden Standarten aus dem Jahr 1953 von Grund auf zu restaurieren. Am Sonntag, 28. April konnten die Pfarrer Claus Blessing und Franz Schmid gemeinsam die Weihe vornehmen.

 

Im Mai 2003 wurde eine lange vorbereitete Neuanschaffung getätigt. Es wurden neue Schabracken mit einem gestickten Hl. Jakobus als Aufnäher und 20 neue Schärpen angeschafft. Beim Entwurf dieses Jakobusabbildes war Pf. Otto Schmid maßgeblich beteiligt.

Durch die über mehrere Jahre gemachten Restaurationen und Investitionen war nun das ganze Inventar der Reiter und der Gruppe in einem sehr guten Zustand. So konnte man zufrieden dem kommenden großen Jubiläum entgegen sehen.

 

Die Blutreitergruppe beteiligt sich über die Blutfreitage in Weingarten und Wurzach hinaus traditionell an den Prozessionen unserer Pfarrei an Christi Himmelfahrt und Fronleichnam. Auch am Kirchenpatrozinium und am Volkstrauertag ist eine Abordnung der Gruppe vertreten. Die Blutfreitagsgemeinschaft Rötenbach mit ihrer Blutreitergruppe ist also ein wichtiger Bestandteil des kirchlichen und religiösen Lebens im Dorf und ist dankbar in diesem Jahr ein großes Jubiläum, das 100-jährige Bestehen der Blutreitergruppe, zusammen mit der Pfarrgemeinde feiern zu dürfen.

 

 

 

Teilnehmerzahl am Blutritt in Weingarten:

 

1915: 18

1954: 20

1973: 14

1990: 28

.......

1957: 25

1974: 16

1991: 27

1925: 20

1958: 21

1975: 21

1992: 28

1926: 14

1959: 23

1976: 22

1993: 28

1927: 14

1960: 21

1977: 25

1994: 31

.......

1961: 23

1978: 25

1995: 28

1931: 15

1962: 20

1979: 24

1996: 28

.......

1963: 13

1980: 27

1997: 29

1934: 24

1964: 14

1981: 31

1998: 27

1935: 28

1965: 13

1982: 19

1999: 23

1936: 26

1966: 12

1983: 19

2000: 25

.......

1967: ?

1984: 21

2001: 26

1949: 21

1968: ?

1985: 22

2002: 29

.......

1969: 10

1986: 21

2003: 28

1951: 22

1970: 10

1987: 22

2004: 22

1952: 18

1971: 15

1988: 26

2005: 22

1953: 24

1972: 13

1989: 25

2006: 25
2007: 25
2008: 24
2009: 20
2010: 23
2011: 19

 


 

 

 

 
=> Willst du auch eine kostenlose Homepage? Dann klicke hier! <=